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Alternative Ernährungsformen

Wer sich intensiv mit seiner Ernährung auseinandersetzt, wird über kurz oder lang auch auf den Begriff der „alternativen Ernährungsformen“ stoßen. Im Gegensatz zu einer Diät, die entweder der – möglichst schnellen – Gewichtsreduktion dient oder aber aus gesundheitlichen Gründen eingehalten werden muss, versteht man unter einer alternativen Ernährungsform eine Ernährung auf Dauer. Sie versorgt den Organismus in der Regel mit allen notwendigen Nährstoffen und ist vielfältig in der Lebensmittelauswahl. Dennoch weicht diese Art der Ernährung in jeweils unterschiedlichen Aspekten von der „normalen Mischkost“ ab. Die Motive zur Wahl einer alternativen Ernährungsform sind vielfältig: Neben gesundheitlichen Aspekten können ökologisch-ökonomische, ethisch-moralische, religiös-spirituelle oder philosophische Motive eine Rolle spielen. Hier nun eine Übersicht über die wichtigsten alternativen Ernährungsformen.

1. Vollwerternährung
2. Ernährungsformen ohne Fleisch
3. Ernährung in der traditionellen Medizin
4. Philosophisch-ganzheitliche Ansätze

1. Vollwerternährung

Die Vollwerternährung ist nicht zu verwechseln mit der vollwertigen Ernährung nach den Prinzipien der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Der Begriff der Vollwerternährung wurde geprägt von den Ernährungswissenschaftlern Leitzmann, Koerber und Männle und beruht auf 7 Grundsätzen:

 Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
 möglichst gering verarbeitete Lebensmittel
 genussvolle und bekömmliche Speisen
 ökologisch erzeugte Lebensmittel
 überwiegend regionale und saisonale Produkte
 umweltverträglich verpackte Produkte
 fair gehandelte Lebensmittel

Der geringe Verarbeitungsgrad der Lebensmittel führt zu einem weitgehenden Erhalt der Nährstoffe. Ernährungsphysiologisch ist die Vollwerternährung als Dauerkost geeignet.

2. Ernährungsformen ohne Fleisch

Immer mehr Anhänger finden die fleischlosen Ernährungsformen, also der Vegetarismus und die vegane Ernährung. Häufig ist das Motiv in Tier- und Umweltschutz zu suchen, aber auch der Gesundheitsaspekt spielt eine Rolle. Studien zeigen, dass eine fleischlose Kost tendenziell mit weniger ernährungsmitbedingten Erkrankungen und Übergewicht einhergeht.

Formen des Vegetarismus
Die vegetarische Küche verzichtet mindestens auf Lebensmittel vom getöteten, bestimmte Formen auch auf Erzeugnisse vom lebenden Tier. Lakto-Ovo-Vegetarier meiden Fleisch und Fisch, setzen aber Milch und Milchprodukte sowie Eier auf den Speiseplan. Ovo-Vegetarier verzichten auf Milch, Lakto-Vegetarier auf Eier. Hauptanteil der vegetarischen Speisen bilden pflanzliche Lebensmittel. Daher ist die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen sowie Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett sehr gut, so dass bei einer vielfältigen Lebensmittelauswahl von einer vollwertigen Ernährung gesprochen werden kann.

Vegane Kost
Hier werden alle tierischen Produkte gemieden, also auch Milch (-Produkte), Eier, Honig. Strenge Veganer verzichten darüber hinaus auch im Alltagsleben auf tierische Produkte, etwa bei Kleidung und Kosmetik. Bei dem Verzehr ausschließlich pflanzlicher Lebensmittel kann es zu einer Unterversorgung mit Eiweiß, Eisen, Kalzium und Jod kommen. Ein gutes Ernährungswissen ist also Voraussetzung für eine dauerhaft vegane Ernährung. Ausschließlich durch tierische Produkte ist die Vitamin-B12-Versorgung gewährleistet, daher sind Veganer hier auf Nahrungsergänzungen angewiesen.

Rohkost
Rohköstler, auch „new vegans“ genannt, verzichten auf fast alle vom Tier stammende Produkte sowie auf das Erhitzen der Nahrung. Grundlage der Ernährung sind Gemüse und Obst (z.B. als Salat, Smoothie), Frischkornbrei, Nüsse und Samen sowie natives hochwertiges Öl.

3. Ernährung in der traditionellen Medizin

In der traditionellen Heilkunst, etwa in China und Indien, wird der Mensch stets als ganzheitliches Wesen gesehen. Die Ernährung ist Teil des Ganzen und kann nach dieser Sichtweise zu Krankheit beitragen, wird aber immer auch zur Gesunderhaltung und zu Heilzwecken eingesetzt. Die Lebensmittelauswahl ist stets hochwertig, vielfältig und nährstoffreich, die Umsetzung erfordert jedoch Spezialwissen. Da alle Lebensmittel erlaubt sind, handelt es sich um gesunde Mischkostformen.

Die 5-Elemente-Ernährung
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) setzt auf eine Ausgewogenheit von Yin (Substanz) und Yang (Energie). Nach diesen Prinzipien werden die Organe eingeteilt und dann den fünf Elementen Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz zugeordnet. Energetisch hochwertige Nahrung muss diese Aspekte ausreichend berücksichtigen. Nahrungsmittel werden den oben genannten Elementen in ihrer thermischen Wirkung zugeordnet und in passender Menge und festgelegter Reihenfolge in einer Mahlzeit zubereitet. Je nach Jahreszeit kann die Auswahl und Menge der Zutaten variieren. Es sollen jedoch möglichst Zutaten aller Elemente in einer Mahlzeit vertreten sein. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sind in moderaten Mengen erlaubt.

Ayurvedische Ernährung
In der Ayurvedischen Ernährung werden die Lebensmittel den Menschen einerseits nach einem relativ komplizierten System entsprechend ihrer speziellen körperlich-psychisch-seelischen Veranlagung zugeordnet (nach den Lebensprinzipien – „Doshas“ – Vata, Pitta und Kapha). Andererseits werden die Wirkungen auf die Organe berücksichtigt. Die ayurvedische Ernährung ist pflanzenbetont und setzt stark auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Gewürzen und Kräutern. Gekochten Speisen wird der Vorzug vor rohen gegeben.

4. Philosophisch-ganzheitliche Ansätze in der Ernährung

Auf philosophischen Grundlagen und Lebenskonzepten beruhen alternative Ernährungsformen wie etwa die anthroposophische Ernährung oder die Makrobiotik. Nicht nur die Ernährung, sondern die gesamte Lebensform ist dem jeweiligen Weltbild unterstellt.
Die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophie will Körper und Geist in Einklang mit der Natur und dem Kosmos bringen. Die Ernährung setzt auf die Freiheit des Menschen, die individuell zuträglichen Lebensmittel nach eigenem Willen auszuwählen. Im Prinzip handelt es sich jedoch um eine vegetarische Ernährungsform mit reichlich Getreide und viel frischem Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau (Demeter-Qualität). Es sollen täglich möglichst alle Pflanzenteile verzehrt werden, also Wurzeln, Blätter und Stängel, Blüten und Früchte (Prinzip der Dreigliedrigkeit).

Die Makrobiotik sieht Getreide als Nahrungsgrundlage vor. Hinzu kommt Gemüse, das möglichst regionaler und saisonaler Herkunft sein sollte. Tierische Nahrungsmittel, auch Fisch und Meeresfrüchte, sowie Früchte und Nüsse sind in geringen Mengen erlaubt. Nur bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl und in gemäßigter Form kann die makrobiotische Ernährung als Dauerernährung empfohlen werden, da die Gefahr einer Mangelernährung besteht.

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